Erste Hilfe Auffrischung bei der DLRG Wedel
Bei den Masters gibt es seit vielen Jahren die Regel, daß eine(r) “aufpaßt”. Dies bedeutet, daß nie alle gleichzeitig ins Wasser dürfen. Einer oder eine hält sich in der Regel während der ganzen Trainingseinheit am Beckenrand auf und paßt auf, daß keiner dauerhaft untergeht oder anderweitig im oder am Wasser ernste Probleme hat.
Es ist noch nie vorgekommen, aber wir möchten lieber vorsorgen. Die formale Anforderung kommt von der Badebucht, da es dort ja wie bekannt aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, auch während unserer Trainingszeiten Bademeister oder anderes Aufsichtspersonal zu stellen. Eine solche Ausicht muß jedoch gegeben sein.
Also müssen dies die einzelnen Vereinsgruppen selbst übernehmen. Voraussetzung für die Tätigkeit als Aufsich sind zwei Dinge:
- Nachweis der Rettungsfähigkeit und
- Nachweis von Erste-Hilfe-Kenntnissen
Beide Nachweise sind regelmäßig aufzufrischen. Konkret bedeutet das, daß wir alle zwei Jahre diese beiden Punkte angehen.
Zum Nachweis der Rettungsfähigkeit werden ein, zweimal im Jahr in der Halle unter Aufsicht und Abnahme der DLRG praktische Kenntnisse vermittelt und nachgewiesen. Die Teilnehmer müssen diese Kenntnisse auch gleich vor Ort zeigen, ganz konkret im Wasser: dazu gehören bergen, schleppen, tauchen ebenso wie das Thema Befreiungsgriffe und das Herausholen einer verunfallten Person aus dem Becken auf den Beckenrand. Auch die Herz-Lungen-Wiederbelegung (HLW) wird dabei aufgefrischt, so daß wir hoffentlich unterbewußt und automatisch das Richtige machen, sollte es doch mal etwas passieren!
Die Erste-Hilfe-Kenntnisse werden durch eine “Standard-"-Erste-Hilfe-Kurs vermittelt. Nachdem wir zuletzt einmal bei den DLRG-Nachbarn in Uetersen/Moorrege waren hatten wir gestern so einen Kurs mal wieder in Wedel, bei der DLRG im Tinsdaler Weg. Auch hier wieder: vielen Dank an die DLRG, die machen das immer mit viel Kompetenz und genau der richtigen Menge Ernsthaftigkeit. Nicht staubtrocken, sondern schon so, daß jeder der Anwesenden eingebunden ist und immer etwas mitnimmt, auch wenn man es schon mehrfach hinter sich gebracht hat.
Manch Vergessenes wird wieder aufgefrischt, manches Neues kommt dazu. Und wenn es nur die “Drei A” sind (Ansprechen, Anfassen, Anschauen) um den Zustand einer Person schnell zu prüfen und Bewusstlosigkeit zu erkennen. Oder die “Drei W” beim Notruf (Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte?), ergänzt durch Wer ruft an und Warten auf Rückfragen.
Die Idee der Nutzung der Kapsel im Inneren eines Überrschungseis (lecker! Danke!) als Lagerort für Einweghandschuhe im Auto oder der Sporttasche war auch für manche neu. Ebenso war der Verweis auf die aktuelle Version der SAVING LIFE App des ASB Schleswig Holstein interessant, wo man auch die Standorte von Defibrillatoren (AED) in der Nähe sehen kann und sich als “Spontanhelfer:in” engagieren kann.

Alles graue Theorie? Nein! Es werden natürlich immer gerne “Freiwillige” für die praktischen Demonstrationen von der stabilen Seitenlage bis zum Einwickeln in eine Rettungsdecke gesucht. Manches macht auch jeder Teilnehmer einmal selbst: z.B. das Anlegen eines Druckverbands oder die allseits beliebten “Drei Minuten HLW” mit gesummtem “Stayin' Alive”.
Die Kosten für diese Ausbildungen und Auffrischungen trägt übrigens der Verein über eure Mitgliedsbeiträge.
Klar kann man die Erste Hilfe und die Rettungsfähigkeit als “notwendige Übel” sehen, die meisten von uns aber sehen es als allgemein sinnvolle Kenntnis, die man einerseits einfach haben sollte, die andererseits aber eben auch die Voraussetzung ist, in der Halle eben nicht nur mitzumachen, sonder auch das Training für alle anderen in der Gruppe zu ermöglichen. Und dafür lohnt es sich, mal einen Samstag zu investieren!
In diesem Sinne … bis in zwei Jahren beim nächsten Mal und möge bis dahin weiterhin nichts passieren!